Unangemessenes sexualisiertes Verhalten identifizieren und professionell intervenieren

Wann ist sexuelles Verhalten von und zwischen Kindern und Jugendlichen als problematisch zu bewerten? Wie ist deren sexuelles Verhalten zu beurteilen und was macht eine gute Reaktion aus? Fachpersonen in den Bereichen Bildung, Kinderbetreuung, Sport, Jugendhilfe und Jugendarbeit geben an, dass es oft Uneinigkeit darüber gibt, inwieweit ein Verhalten okay ist und ab wann sexuelles Verhalten als schädlich bewertet wird. Darüber hinaus gibt es auch Unstimmigkeiten bezüglich anderer Fragen.
Ist das Verhalten von Burschen anders zu beurteilen als jenes von Mädchen? Wie steht es mit Regeln zum Schutz der Privatsphäre in der Pflege? Was sind in diesem Zusammenhang die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung? Wo ziehen Sie als Fachperson die Grenze, wenn es um Berührungen und Gespräche geht?

Wenn solche oder ähnliche Fragen innerhalb von Teams diskutiert werden, treffen subjektive Normen und Regeln aufeinander. Was aber fehlt, sind ein gemeinsamer pädagogischer Rahmen und Kriterien mit deren Hilfe der Evaluierungs- und Beurteilungsprozess objektiv gestaltet werden kann. Meist finden anlassbezogene Untersuchungen zu Kinderthemen statt, und bei der Korrektur des sexuellen Verhaltens von Kindern ist die Meinung Dritter darüber, was „zulässig“ ist, maßgeblicher als die Entwicklungsbedürfnisse des Kindes selbst.

Mit dem „Flag-System“ von Sensoa, des Kompetenzzentrums für sexuelle Gesundheit in Belgien, wurde ein leicht verständliches und leicht umsetzbares System geschaffen, das es ermöglicht sexualisiertes Verhalten in Institutionen und Einrichtungen klar einzuordnen und, wenn nötig, zu intervenieren. Der Leitgedanke des Flaggensystems ist die Förderung einer gesunden sexuellen Entwicklung. Hat sexuelles Verhalten keine negativen Folgen, dann soll es auch nicht problematisiert werden. Selbst bei grenzüberschreitendem sexuellem Verhalten, ist pädagogische Intervention am sinnvollsten. Das Flaggensystem bietet den pädagogischen Rahmen und die Sprache für den Dialog mit allen Beteiligten in immer vielfältigeren Teams, mit immer vielfältigeren Kindern und Jugendlichen sowie mit ihren Eltern und anderen Erziehungsberechtigten.

Inhalt
– Grundlagen zu sexualisierter Gewalt bzw. übergriffigem Verhalten
– Kriterien zur Einordnung von Verhalten
– Bewertung des Verhaltens mithilfe verschiedener Flaggen
– Setzen von angemessenen Reaktionen
– Fallbeispiele & Übungen
– Austausch und Diskussion

Im Modul ist 1 Exemplar „Sensoa Flaggensystem – Professioneller Umgang mit angemessenem und mit grenzüberschreitendem sexuellen Verhalten bei Kindern und Jugendlichen” pro Teilnehmer*in inkludiert.
 

Weitere Informationen erhalten Sie unter buero@oegf.at

Zielgruppe
Familienberater*innen
Pädagog*innen und Lehramtsstudierende,
Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen

Termine
17.-18.03.2023 (Präsenz)
Anmeldungen bis 14 Tage vor dem Termin möglich.

Dauer
Freitag: 14.30-18.30 Uhr
Samstag: 09.00-17.00 Uhr
16 Einheiten (à 45 Minuten)

Anzahl der Teilnehmer*innen
maximal 15 Teilnehmer*innen
Gruppen ab 10 Teilnehmer*innen können individuell Termine vereinbaren.

Veranstaltungsort
Klinik Floridsdorf
Brünner Straße 68/A/3/15
1210 Wien

Teilnahmebeitrag°
Regulär € 150,00
Studierende € 45,00
Gefördert ca. € 30,00
° Details siehe Anmeldeformular

Im Modul ist 1 deutsches Exemplar „Sensoa Flaggensystem” (wird 2023 veröffentlicht) pro Teilnehmer*in inkludiert.

Bankverbindung
Empfängerin: Österr. Ges. f. Familienplanung
Erste Bank, IBAN AT79 2011 1000 0512 8005

Veranstalterin
Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF)
Klinik Floridsdorf
Brünner Straße 68/A/3/15
1210 Wien

Katharina Riedlmair, BA
Sozialarbeiterin, Sexualpädagogin bei ÖGF First Love Mobil

Mag. Stephan Hloch
Psychologe, Sexualpädagoge, Leiter von ÖGF First Love Mobil, Berater bei ÖGF Herzklopfen Online-Beratung