Weltbevölkerungsbericht


Weltbevölkerungsbericht

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, gibt jährlich den Weltbevölkerungsbericht (State of World Population, SWOP) heraus. Mit wechselnden Schwerpunkten beleuchtet dieser Zusammenhänge zwischen der jeweils aktuellen Lage der Weltbevölkerung, reproduktiver Gesundheit und individueller Schicksale.

Jeder SWOP veröffentlicht zudem aktuelle Daten für die Überwachung der ICPD-Ziele, also jener Ziele, die von der Internationalen Staatengemeinschaft bei der Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo verabschiedet wurden. So liefert er Antworten auf Fragen wie "Konnte die Säuglingssterblichkeitsrate in Südasien gesenkt werden?" oder "Wie hoch ist die Rate der Teenagerschwangerschaften in Burkina Faso und jene in Österreich?"

Gemeinsam mit der parlamentarischen Gruppe für reproduktive Gesundheit und Entwicklung präsentiert die ÖGF jährlich den Weltbevölkerungsbericht. Die aktuelleren Ausgaben können in deutscher und englischer Sprache unter buero@oegf.at kostenfrei bestellt werden.

2016 – "10: Wie unsere Zukunft von Mädchen in diesem Alter abhängt"

Heute leben weltweit etwas mehr als 60 Millionen zehnjährige Mädchen, die meisten von ihnen in Entwicklungsländern. Jeden Tag werden rund 47.700 der unter 18-jährigen Mädchen verheiratet. Diese bekommen oft im Teenageralter Kinder und haben keine Aussicht auf gute Schulbildung. Weltweit gehen etwa 62 Millionen heranwachsende Mädchen nicht zur Schule.

Die weltweit häufigste Todesursache bei Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren ist AIDS. Die zweithäufigste Todesursache ist Selbsttötung. In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen sind Selbsttötungen sogar die häufigste Todesursache.

Bisher kann kein Land der Welt von sich behaupten, alle Rechte und Chancen einzulösen, auf die ein zehnjähriges Mädchen Anspruch hat. Für alle Nationen gibt es noch viel zu tun, wobei unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Wohlhabendere Länder müssen ihren Verpflichtungen besser nachkommen – etwa bezüglich sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte sowie bezüglich des Schutzes vor Gewalt. Zusätzlich muss Schutz vor gesellschaftlichen Werten und Normen, die das Selbstwertgefühl von Mädchen untergraben, gewährleistet werden.

Viele ärmere Länder kümmern sich bislang vor allem um Fortschritte in den Bereichen Grundschulbildung und Basisgesundheitsversorgung. Nun müssen sie auf diesen Errungenschaften aufbauen, unter anderem durch hochwertige Sekundarschulbildung, eine maßgeschneiderte Gesundheitsversorgung, eine umfassende Sexualaufklärung. Darüber hinaus Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, striktere Gesetze beispielsweise gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen.

Eine bessere Erfassung des Ist-Zustandes und die Durchsetzung der dafür entwickelten Gesetze führen zur Veränderung von Normen und sind für dieses Vorhaben essentiell.

Deutsche Kurzfassung

2015 – Schutz für Frauen und Mädchen in Not

Aktuell befinden sich so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Millionen Menschen leben in Flüchtlingslagern oder sind auf dem Weg in eine neue Heimat. Auch unter diesen schwierigen Bedingungen werden Frauen und Mädchen schwanger und Kinder werden geboren. Die dringend erforderliche gesundheitliche Versorgung während der Schwangerschaft und Geburt und der Schutz vor ungewollten Schwangerschaften, vor sexuell übertragbaren Infektionen und vor sexueller Gewalt sind in humanitären Krisensituationen erheblich schwerer zu ermöglichen. Der Weltbevölkerungsbericht 2015 zeigt auf, dass es Frauen und Mädchen in Krisensituationen besonders schwer haben.

Deutsche Kurzfassung

2014 – 1,8 Milliarden junge Menschen - Potenzial für die Gestaltung der Zukunft

Jeder vierte Mensch ist zwischen zehn und 24 Jahre alt – das sind weltweit 1,8 Milliarden Menschen und damit mehr als jemals zuvor. 89 Prozent von ihnen leben in sogenannten Entwicklungsländern. Wenn in junge Menschen investiert wird, können sie die positive Entwicklung armer Länder deutlich voranbringen.

Viele Länder, in denen ein besonders hoher Anteil Jugendlicher lebt, gehören heute zu den ärmsten der Welt. Vielerorts beginnen jedoch die Fertilitäts- und Sterberaten zu sinken, und viele junge Menschen kommen ins erwerbsfähige Alter. Damit ergibt sich eine aussichtsreiche demografische Lage, die Entwicklung und Wirtschaftswachstum beschleunigen kann.

Gravierende Menschenrechtsverletzungen – vor allem bei Mädchen – stehen bei vielen Jugendlichen auf der Tagesordnung. Junge Menschen haben oft große Defizite bei Informations- und Gesundheitsdienstleistungen, sodass sie ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und reproduktiven Rechte nicht verwirklichen können. Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt ist die zweithäufigste Todesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. Die weltweit häufigste Todesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ist der Suizid – eine Tatsache, die Fragen bezüglich der Chancen junger Frauen aufwirft und die der Weltbevölkerungsbricht 2014 nachgeht.

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2013 – Wenn Mädchen Mütter werden – Herausforderung Teenagerschwangerschaft

Der Weltbevölkerungsbericht 2013 thematisiert die wichtigsten Herausforderungen, die sich Mädchen im Falle einer Teenagerschwangerschaft stellen müssen. Wie sich eine frühe Schwangerschaft auf ihre Bildung, ihre Gesundheit und ihre langfristigen Beschäftigungschancen auswirkt und zeigt zudem Handlungsoptionen auf, mit denen Teenagerschwangerschaften vermieden und zugleich Mädchen geschützt und gefördert werden können.

Von den 7,3 Millionen Teenagern in den sogenannten Entwicklungsländern, die jedes Jahr Mutter werden, sind zwei Millionen unter 15 Jahre alt. Weltweit werden arme, wenig gebildete und auf dem Land lebende Mädchen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit schwanger als wohlhabendere, besser gebildete und in urbanen Regionen lebende Gleichaltrige.

Eine Schwangerschaft hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Mädchen. Jedes Jahr sterben in den sogenannten Entwicklungsländern rund 70.000 Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren infolge von Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt.

Der Weltbevölkerungsbericht 2013 ruft dazu auf, Mädchen zu fördern, ihre Kompetenzen zu stärken um eigene Entscheidungen treffen zu können und ihnen echte Alternativen zu eröffnen, so dass sie die Mutterschaft nicht mehr als einzige Option sehen oder ungewollt schwanger werden.

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2012 – Das Recht auf Entscheidung – Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung

Weltweit haben 222 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Schwache Gesundheitssysteme und unzureichende Gesundheitsdienste tragen insbesondere in so genannten Entwicklungsländern maßgebend zu jährlich 63 Millionen ungewollten Schwangerschaften bei. Durch ausreichende Familienplanung könnte die Zahl der Abtreibungen um 26 Millionen, von 40 auf 14 Millionen, reduziert werden. Jährlich kommt es weitweit zu 21,6 Millionen unsicheren Abtreibungen, welche das Leben der Frauen massiv gefährden.
Geschätzte 40 Prozent aller unsicheren Abtreibungen werden von Jugendlichen und Heranwachsenden durchgeführt. Diese sind einem höheren Risiko von Tod und lebenslanger Behinderung als erwachsene Frauen ausgesetzt.

Die Beeinträchtigung der reproduktiven Gesundheit gehört zu den Hauptursachen von Tod und Krankheit von Frauen im gebärfähigen Alter. Jährlich sterben etwa 287.000 Mädchen und Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. Die überwältigende Mehrheit aller Todesfälle – 99% – treten in Entwicklungsländern auf. 80 Prozent der Todesfälle wären durch medizinische Fürsorge vermeidbar.

Um allen Frauen, die verhüten möchten, die Möglichkeit dazu zu geben, würde dies 8,1 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten – für Verhütungsmittel, Personal und Gesundheitssysteme. Das sind 4,1 Milliarden US-Dollar mehr, als heute investiert werden. Die zusätzlichen 4,1 Milliarden US-Dollar für Familienplanung würden 5,7 Milliarden US-Dollar für die Versorgung von Neugeborenen und Müttern einsparen.

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2011 – Eine Welt, sieben Milliarden Menschen

Im Oktober 2011 ist der siebenmilliardste Mensch geboren. Der Meilenstein von sieben Milliarden steht für Errungenschaften, Rückschläge und Widersprüche.
Obwohl Frauen im Durchschnitt heute weniger Kinder bekommen als in den 1960er Jahren, steigt die Zahl der Menschen auf der Erde weiterhin an. Weltweit sind mehr Menschen jünger – und mehr Menschen älter – als je zuvor.
In manchen der ärmsten Länder behindern anhaltend hohe Fruchtbarkeitsraten die Entwicklung und tragen zum Fortbestehen der Armut bei. In einigen der wohlhabendsten Länder hingegen lassen niedrige Geburtenraten und ein Mangel an jungen Arbeitskräften die Frage aufkommen, ob die Wirtschaft dauerhaft wachsen kann und die sozialen Sicherungssysteme noch tragfähig sind.

Der Weltbevölkerungsbericht 2011 lotet einige dieser Widersprüche aus der Perspektive einzelner Menschen aus. Er beschreibt, welche Hürden ihnen in ihren Bemühungen entgegenstehen, ein besseres Leben für sich selbst, für ihre Familien, ihre Gemeinschaften und ihre Länder aufzubauen, und wie sie diese Hürden überwinden.

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2010 - Krise, Frieden, Wiederaufbau – Gesellschaften im Wandel

In bewaffneten Konflikten wird geschlechtsspezifische Gewalt einschließlich Vergewaltigung immer häufiger als Instrument der Kriegsführung eingesetzt. Diese Form der Gewalt steht im Mittelpunkt des Weltbevölkerungsberichts "Krise, Frieden, Wiederaufbau: Gesellschaften im Wandel". Der Bericht fällt mit dem 10 jährigen Bestehen der UN-Resolution 1325 zusammen, welche im Jahr 2000 zum ersten Mal alle Parteien in bewaffneten Konflikten aufforderte, Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt zu schützen und Frauen stärker in friedensbildende Maßnahmen einzubeziehen.

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2009 - Eine Welt im Wandel: Frauen, Bevölkerung und Klima

Der Weltbevölkerungsbericht 2009 untersucht den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel jenseits der technischen Debatte sowie der Lage der Weltbevölkerung, wobei er die Auswirkungen der Erderwärmung bis auf die individuelle Ebene veranschaulicht. Der Klimawandel bringt nicht nur Leben in Gefahr sondern er vertieft die Gräben zwischen Arm und Reich und vergrößert die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Vor allem Frauen in Entwicklungsländern sind vom Klimawandel stärker betroffen. Warum? Der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen geht der SWOP 2009 nach. Er beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Bevölkerungsdynamik, reproduktiver Gesundheit, Frauenleben und verschiedener Folgen des Klimawandels.

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2008 - Gemeinsamkeiten finden: Kultur, Gender und Menschenrechte

Kultur – die ererbten Muster gemeinsamer Anschauungen und allgemeiner Meinungen - beeinflußt wie Menschen ihr Leben meistern und ist die Linse durch die sie ihre Gesellschaft sehen. Kulturen beeinflussen wie Menschen denken und handeln, produzieren aber keine Uniformität der Gedanken und des Verhaltens. Der Weltbevölkerungsbericht 2008 analysiert das Spannungsfeld zwischen der Annahme starrer Kulturformen und der Achtung der Menschen- und vor allem Frauenrechte.

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Youth Supplement:
Generation of Change: Young People and Culture
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2007 - Urbanisierung als Chance: Das Potenzial wachsender Städte nutzen

Der Weltbevölkerungsbericht 2007 verlangt eine Revolution im Denken der Menschheit, um die Verdoppelung der urbanen Bevölkerung in Afrika und Asien bis zum Jahr 2030 bewältigen zu können. 60% der Weltbevölkerung – 5 Mrd. Menschen – werden dann in Städten wohnen. Der Weltbevölkerungsbericht stellt fest, dass die Bevölkerung in afrikanischen und asiatischen Städten um 1,7 Mrd. Menschen zunehmen und die gemeinsame Bevölkerung Chinas und der USA übertreffen wird. Der Bericht fokussiert auf das Phänomen Stadt, denn das Wirtschaftswachstum braucht die Urbanität und Städte werden und sind somit Tor der Hoffnung, aber auch Hort der Armut.

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Deutsche Version

Die englische Originalversion aller Ausgaben des SWOPs (auch vor 2007) können auf der Website der UNFPA herunter geladen werden.