Millennium Development Goals

Im Jahr 2000 verabschiedeten die damals 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Millennium Development Goals (MDGs). Acht Ziele (siehe unten) streben die Bekämpfung der Armut und der ihr zugrunde liegenden Ursachen, wie Hunger und Mangelernährung, fehlende Grundschulbildung und die Gleichstellung von Mann und Frau, bis zum Jahr 2015 an.
Bei regelmäßigen Konferenzen der Vereinten Nationen wird der Fortschritt in der Erreichung der Ziele gemessen: Bei der letzten MDG-Konferenz 2010 wurde festgestellt, dass viele Ziele noch in weiter Ferne liegen. Besonders lang ist der Weg jedoch noch, um das MDG 5, die Verbesserung der Müttergesundheit, zu erreichen. Eine jährliche Senkung um 5,5% ist nötig, um die selbst gesteckte Vorgabe zu erfüllen. Momentan liegt der Rückgang laut Angaben der UN lediglich bei 2,3 % jährlich. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass dieses Ziel weltweit erreicht wird.

Das MDG 5 Müttergesundheit hat zwei Zielvorgaben:

Ziel ist die Reduktion der Müttersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 um 75%

Jährlich sterben etwa 350.000 Mädchen und Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. Die überwältigende Mehrheit aller Todesfälle – 99% – treten in Entwicklungsländern auf. Ein Vergleich veranschaulicht den Unterschied zwischen reichen und armen Ländern: Während in Österreich bei 100.000 Lebendgeburten 4 Frauen sterben, sind es in Afghanistan 1.800.
80% der Todesfälle wären durch medizinische Fürsorge vermeidbar.

Die Hauptsursachen sind:

  • Blutverlust und Blutvergiftung aufgrund mangelnder hygienischer Bedingungen
  • erhöhter Blutdruck mit Krampfanfällen (Eklampsie)
  • Geburtsstillstand
  • unsachgemäßer Schwangerschaftsabbruch

Die restlichen 20% sind auf Mangelernährung und vorhandene Grunderkrankungen, die sich im Verlauf der Schwangerschaft verschlimmern, zurückzuführen. Zu diesen zählen: Malaria, Tuberkulose und sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/AIDS.
Neben der medizinischen Vermeidbarkeit spielt der niedrigere soziale Status von Mädchen und Frauen in vielen Ländern eine tragende Rolle. Dieser verhindert oft den Zugang zu medizinischer Versorgung.
Um auf Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen, rief die Abgeordnete zum Nationalrat Petra Bayr und die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung die Plattform Mutternacht ins Leben.

Universeller Zugang zu Dienstleistungen der reproduktiven Gesundheitsfürsorge für Männer und Frauen

Reproduktive Gesundheit und Rechte beziehen viele Aspekte des Lebens mit ein. Zu diesen zählen einerseits die Freiheit zur selbstbestimmten Entscheidung über Anzahl und Abstand der Schwangerschaften, sowie über den Zeitpunkt der Geburt(en). Andererseits ist auch die Verfügbarkeit von Informationen, Kenntnissen und Mitteln zur Verhütung von Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten essentiell.
Zu beachten ist, dass sich reproduktive Gesundheit nicht nur auf Schwangere und Mütter bezieht. Jedes Mädchen und jede Frau, jeder Bursch und jeder Mann sind tagtäglich mit Fragen der reproduktiven Gesundheit konfrontiert. Reproduktive Gesundheit betrifft keinesfalls nur die Versorgung von schwangeren Frauen.
Vielmehr ist sexuelle und reproduktive Gesundheit ganzheitlich im Sinne des „well-beings“, also des Wohlbefindens, zu verstehen. Dieses umfasst die körperliche und seelische Gesundheit, sowie den Grad an persönlicher Selbstbestimmtheit. Die Wahrung der reproduktiven Rechte und der Gesundheit ist daher für ein selbstbestimmtes, gesundes Leben unerlässlich.

Reproduktive Gesundheitsvorsorge umfasst:

  • Information und Beratung zur Familienplanung
  • Wissen über und Zugang zu Verhütungsmitteln
  • Prävention vor und Behandlung von sexuell übertragbaren Krankheiten
  • pränatale und postnatale Betreuung durch Fachpersonal
  • Versorgung durch geschultes medizinisches Personal während der Entbindung
  • Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch

Millenium Entwicklungs Ziele der Vereinten Nationen

Die 8 MDGs sind in Zielvorgaben und Indikatoren unterteilt. Letztere sind quantitative Angaben, die der jährlichen Überprüfung dienen. Im jüngsten Prüfbericht (The Millennium Development Goals Report) – Juni 2011 wurde festgestellt, dass die weltweite Armut reduziert werden konnte, viele der MDGs, wie das MDG 5, aber außer Reichweite liegen.

Ziel 1
Beseitigung der extremen Armut und des Hungers


Zielvorgabe 1.a
Den Anteil der Menschen halbieren, deren Einkommen weniger als 1 US-Dollar pro Tag beträgt


Zielvorgabe 1.b
Sicherstellen, dass alle Menschen eine Arbeitsstelle mit angemessener Entlohnung haben


Zielvorgabe 1.c
Den Anteil der Menschen halbieren, die an Hunger leiden


Ziel 2
Grundschulbildung für alle


Zielvorgabe 2.a
Sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Grundschulbildung abschließen können.


Ziel 3
Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und des Empowerments von Frauen


Zielvorgabe 3.a 
Das Geschlechtergefälle in der Primär- und Sekundärschulbildung beseitigen, vorzugsweise bis 2005, und auf allen Bildungsebenen bis spätestens 2015


Ziel 4
Reduktion der Kindersterblichkeit


Zielvorgabe 4.a 
Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel senken (Basisjahr 1990 – Zieljahr 2015)


Ziel 5
Verbesserung der Müttergesundheit


Zielvorgabe 5.a 
Die Müttersterblichkeit um drei Viertel senken (Basisjahr 1990 – Ziel 2015)


Zielvorgabe 5.b 
Universeller Zugang zu Dienstleistungen der reproduktiven Gesundheitsfürsorge für Frauen und Männer


Ziel 6
Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten


Zielvorgabe 6.a 
Die Ausweitung von HIV/Aids zum Stillstand bringen und allmählich umkehren


Zielvorgabe 6.b 
Sicherstellen, dass bis 2010 alle Menschen, die dies benötigen, Zugang zu medikamentöser Behandlung von HIV/Aids haben, welche diese benötigen


Zielvorgabe 6.c 
Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und allmählich umkehren


Ziel 7
Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit


Zielvorgabe 7.a 
Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in einzelstaatliche Politiken und Programme einbauen und den Verlust von Umweltressourcen rückgängig machen


Zielvorgabe 7.b 
Reduktion des Verlustes an Biodiversität, wobei bis 2010 eine signifikante Minderung des Verlustes erreicht sein sollte


Zielvorgabe 7.c 
Den Anteil an Menschen, die keinen nachhaltigen Zugang zu hygienischem Trinkwasser und Sanitärversorgung haben, um die Hälfte senken


Zielvorgabe 7.d 
Bis 2015 eine erhebliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindesten 100 Millionen SlumbewohnerInnen herbeiführen


Ziel 8
Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft


Zielvorgabe 8.a 
Ein offenes, regelgestütztes, berechenbares und nichtdiskriminierendes Handels- und Finanzsystem weiterentwickeln


Zielvorgabe 8.b 
Den besonderen Bedürfnissen der am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries) Rechnung tragen


Zielvorgabe 8.c 
Den besonderen Bedürfnissen der Binnen- und kleinen Inselentwicklungsländer Rechnung tragen


Zielvorgabe 8.d 
Die Schuldenprobleme der Entwicklungsländer durch Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene umfassend behandeln, damit die Schulden langfristig tragbar werden


Zielvorgabe 8.e 
In Zusammenarbeit mit den Pharmaunternehmen unentbehrliche Arzneimittel in Entwicklungsländern zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stellen


Zielvorgabe 8.f 
In Zusammenarbeit mit dem Privatsektor dafür sorgen, dass die Vorteile der neuen Technologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, genutzt werden können


Mehr Informationen unter: un.org/millenniumgoals